18. - 20.09.2026

18. - 20.09.2026

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Schon wieder eine Rekordflut

Die Erfolgstory des Kassel Marathon geht unaufhaltsam weiter. Nachdem es im Vorjahr bereits mit 15.287 Meldungen einen Rekord gab, wurde dieser bei der 20. Auflage nochmals gesteigert. 18.243 Meldungen, 2.995 mehr als 2025 – Wahnsinn. Erstmals in der Geschichte von Kassels größter Sportveranstaltung gab es aufgrund des hohen Andrangs einen Nachmeldestopp.
Und das, obwohl die Rahmenbedingungen im Vorfeld wegen der durch den Eichenprozessionsspinner bedingten geänderten Streckenführungen am Samstag und zahlreichen Baustellen rund um den Start- und Zielort Auestadion alles andere als ideal waren. Doch es drehte sich alles zum Positiven: Die neuen Strecken beim Firmenlauf, Sparkassen Mini-Marathon, Sparkassen Mini-Halbmarathon und Walking kamen bei allen bestens an und hatten durchgehend positive Resonanz.
In allen Wettbewerben wurden Steigerungen verzeichnet, dazu konnte die Finisher-Quote nochmals auf 81,6 Prozent gesteigert werden.
„Es hat einfach alles gepasst an diesem Wochenende, wir sind wirklich begeistert von der Atmosphäre und vom erneut riesigen Zuspruch“, freute sich Veranstalter und Organisationsleiter Michael Aufenanger.

Erst zum zweiten Mal in der Historie des Kassel Marathon gab es einen deutschen Sieger im Marathon. Marcel Bräutigam (GutsMuths Reinsteiglaufverein) schaffte es im sechsten Anlauf in Kassel endlich mit 2:25:14 Std. zum ersten Mal ganz oben aufs Treppchen. Nach zwei dritten Plätzen (2019, 2024) und mehrmals bester Deutscher freute es den Thüringer „sehr, dass ich mich in die Siegerliste eintragen konnte.“ Die Abwesenheit der afrikanischen Läufer konnte er dabei gut verschmerzen. Sein Vorteil: „Ich kenne die Strecke seit Jahren“.
Während er in der ersten Hälfte des Rennens mit den schnellen Halbmarathon-Läufern unterwegs war, war die zweite Runde ein Sololauf an der Spitze. „Irgendwann war der Steckern dann raus“, sagte er später. Seine Zeit kann sich mit 39 Jahren absolut sehen lassen, schließlich war er selbst dann doch zufrieden damit. Und die Freude über seinen langersehnten ersten Sieg in Kassel überwog.
Mit dem zweiten Simon Jakob (KSV Baunatal, 2:35:05), der den Holzmindener Stützpunktleiter und schnellsten Koch Deutschlands Jan Kaschura (RunArtist Holzminden, 2:35:09), im Finish auf Platz drei verwies, Nordhessen schnellstem Staatsanwalt Andreeas Poppe (LG Reinhardswald, 2:40:24), Tim Himpelmann (KSV Baunatal, 2:41:37) und Dario Ernst (Laufteam Kassel, 2:46:48 – er hatte tags zuvor den Firmenlauf gewonnen) folgten fünf regionale Läufer auf den Plätzen. Jan Kaschura machte dabei nicht nur seiner Frau mit dem Podiumsplatz ein schönes Geburtstagsgeschenk, sondern lobte auch die Veranstaltung „Es wird Jahr für Jahr hier immer besser, es wächst immer weiter, es macht einfach immer Spaß, hier zu laufen.“

Schnellste Frau beim Marathon war die einzige Afrikanerin. Amena Worke Degu siegte in 2:45:12 Std.. Ihr Ziel, unter 2:40 zu bleiben verfehlte sie bei ihrem fünften Marathon in Deutschland zwar, war nach dem Sieg aber trotzdem bestens gelaunt. In der zweiten Runde hatte ihr das im Vergleich zu ihrer Heimat kühlere Wetter viel abverlangt, zumal auch sie ganz allein vornweg laufen musste. Bei den Siegerehrungen hatte sie dann aber doch viel Spaß: „Die waren sehr lustig, das hab ich sonst noch nirgendwo erlebt“.
Überrascht über ihren zweiten Platz (3:22:08) war Theresa Bethan. „Damit hab ich überhaupt nicht gerechnet. Es war erst mein zweiter Marathon und diesmal konnte ich ohne Krämpfe durchlaufen.“ Dritte wurde Isabel Bauer (3:24:01).

Auch im Halbmarathon waren die Nordhessen vorne und sorgten für prächtige Stimmung auf den Tribünen und an der Strecke. Der Vorjahreszweite Bastian Mrochen (LG Telis Finanz Regensburg) lief nach Platz zwei im Vorjahr als Erster ins Ziel (1:07:11) und feierte in seiner Heimatstadt einen umjubelten Sieg vor Richard Vogelsang (TSG Markkleeberg von 1903, 1:07:11), Nils Wolkonski (TSV Niederelsungen, 1:09:02) und Vorjahressieger Fabian Jenne (SG Wenden, 1:10:57), der inzwischen auch in der Region wohnt und oft mit dem Sieger trainiert.

Bei den Frauen war wie erwartet die Vorjahres-Marathon-Siegerin und EM-Teilnehmerin Nina Reuter nicht zu schlagen. Den Rekord von Melat Kejeta konnte sie nicht knacken, wollte dabei in Vorbereitung auf den München-Marathon aber auch kein Risiko eingehen. In 1:14:11 war sie trotzdem sehr schnell unterwegs und feierte ihren dritten Erfolg auf der Halbmarathon-Distanz in Kassel. Das hatte vor ihr noch niemand geschafft. Fünfmal in Kassel am Start, fünfmal auf dem Treppchen (2016 hatte alles mit Platz im Mini-Marathon begonnen) – eine tolle Bilanz.
„Es war extrem wichtig für mich, an den Start zu gehen“, sagte die nun für Frankfurt Athletic startende 27-Jährige und ließ sich auf der Strecke, die sie so liebt, richtig feiern. „Ich habe am Ende etwas rausgenommen, aber ich hatte großen Spaß“, so Nina Reuter, die weiter sehr verwurzelt in Kassel ist und sich zudem als Trainerin des Laufteam Kassel  und sich über zahlreiche Top-Platzierungen und -Zeiten ihrer Schützlinge freuen durfte und sie nach dem eigenen Zieleinlauf auf der Menzelstraße anfeuerte.
Auch für die zweiplatzierte Anna Starostzik (Spiridon Frankfurt, 1:21:40) war es beim Zielinlauf in ihrer Heimat nach dem Tod ihres Vaters im Vorjahr sehr emotional. Inga Thelen (Laufteam Kassel, 1:22:29) verbesserte sich nach Platt vier im Vorjahr auf Rang drei.
Für eine Überraschung sorgte der einstige Publikumsliebling in Kassel, Silke Optekamp. Die Mönchengladbacherin, Deutsche Marathon-Meisterin 2013 und in Kassel mehrfach auf dem Treppchen bei verschiedenen Disziplinen, ist immer noch Mitglied im Laufteam Kassel und ließ es sich mit Frauen Diego nicht nehmen, beim Jubiläum dabei zu sein. Kurzerhand lief sie auf Platz fünf (1:28:30) und holte sich noch den Sieg in der W 45.

Schnellste Staffel war die MT Melsungen (Maximilian Hartmann, Lorenz Funck, Aaron Wicke, Hannes Herzberg, 2:26:49), bei den Frauen gewann „Schön und schnell“ (dahinter verbirgt sich wohl das Laufteam Kassel) Cara Brede, Carolin Kroll, Elisa Bade und Johanna Jakobs, 2:58:19). Elisa Bade hatte am Samstag bereits den Firmenlauf gewonnen.
Schnellste Mixed-Staffel war das Laufteam Kassel mit Lara Guzowski, Nina Mause, Richard Rode und Tobias Kröck, 2:55:43).

 

(Bericht zum Mini-Marathon folgt)

viele Storys und Fotos zum Kassel Marathon auf unserer Instagram-Seite:
kasselmarathonofficial

Weitere Berichte und Fotos zum Kassel Marathon:

LaufReport

Runners World

HNA.de